Du magst kranke Filme? Was dem Gelegenheitsgucker auf den Magen schlägt, ist für dich pillepalle? Dann sind diese gestörten Bewegtbilder genau das richtige für dich. Auch Jahre später wird dir dein Mageninhalt noch gegens Zäpfchen klopfen, wenn du an bestimmte Szenen denkst. ABER: Du wirst nicht wegschalten können. Und du wirst fasziniert sein – und auch ein kleines bisschen innerlich sterben…

Wer Angst hat, nie wieder glücklich werden zu können, kann sich an den Seelen-Zerstörer-Punkten orientieren. Je mehr Punkte, desto verstörter wirst du nach der Sichtung (und lange danach) sein. Aber Vorsicht: 3 von 5 Punkten ist dennoch weit weg von einem Kindergeburtstag…


„Antichrist“ (2009)

Haltet die Tüten bereit, denn es wird heftig – AUßER du hast kein Problem mit dem Abschneiden von Schamlippen (Schon mal an ’ne Therapie gedacht?!). Ja okay,  es gibt Leute, die halten „Antichrist“ für ein eindrucksvolles Kunstwerk mit Millionen von Symbolen und Gleichnissen. Andererseits kann man das Drama um ein Paar (Willem Dafoe, Charlotte Gainsbourg), das in einer Waldhütte versucht mit dem Unfalltod des Kindes klar zu kommen, aber auch gerne als kranken Irrsinn ansehen. Als völlig überfrachteten Film, der ständig versucht zu schockieren. DAS gelingt auf jeden Fall. Ziemlich abscheulich geht es mitunter zur Sache – doch irgendwie auch kein Wunder, denn der dänische Regisseur Lars von Trier gilt eh als eine Art „Meister des Gestörten“. Sein zweiteiliger „Nymphomaniac“ beispielsweise war voll mit pornografischen Szenen, doch Kult geworden unter Kotzwilligen ist er durch eben diesen „Antichrist“.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 5 von 5


„Nekromantik“ (1987)

In diesem Low-Budget-Horrorstreifen geht es um einen Tatortreiniger, der, anders als die Serienfigur von Bjarne Mädel keine Leidenschaft für den HSV hegt, sondern für Leichen. Mit Totenteilen, die er von den Tatorten entwendet, haben er und seine ähnlich gepolte Freundin eine Menge Spaß. Da werden laut Titel eben Nekrophilie und Romantik kombiniert. Nicht krank genug? Gut, dann wird es dich erfreuen, dass unser „Held“ eines Tages eine komplette Leiche mitbringt – und das Ganze zu einer widerlich ekligen Dreiecksbeziehung mutiert… Deutsche Filme haben es ja für gewöhnlich schwer, in Hit-Listen zu kommen, wenn es nicht gerade um „Die 10 besten Nazifilme“ oder „Die 10 langweiligsten Komödien“ geht. Aber wenn es ums Ekeln geht, da ist der Deutsche vorne mit dabei! Genauer gesagt Jörg Buttgereit, dessen krankes Hirn schon so manchen Irrsinn ausgespuckt hat. Als Erschaffer von „Nekromantik“ hat er aber wohl sein Karriere-Highlight hingelegt. Glückwunsch *würg*.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 3 von 5


„Irreversibel“ (2002)

Köpfe werden mit Hilfe eines Feuerlöschers zermatscht und es gibt eine furchtbare Vergewaltigungsszene, die einfach NIE! MEHR! ENDEN! will… Irreversibel wird sich mehrfach in euer Gedächtnis – und in eure Seele brennen. Der Regisseur von dem ganzen Albtraum-Spektakel ist Gaspar Noé, der sich Monica Bellucci und Vincent Cassel als Hauptdarsteller-Duo geschnappt hat. Dass die beiden zu dem Zeitpunkt bereits verheiratet waren (sie trennten sich erst 2013) hat ihnen sicher dabei geholfen, die schlimmsten Szenen so intensiv zu spielen.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 5 von 5


„Baise-Moi“ (2000)

Die Schauspielerinnen Raffaëla Anderson und Karen Lancaume sind in „Baise-Moi“ zwei von Männern unterdrückte und erniedrigte Frauen, die sich auf eine Rachetour gegen das vermeintlich starke Geschlecht begeben. Und so beschließen sie, einen erotischen und mörderischen Road Trip zu starten, dabei wild durch die Gegend zu vögeln und auf die kuriosesten und auch ekligsten Männer zu vernichten. Der deutsche Untertitel ist Programm, denn man kann den französischen Filmtitel zwar als „Umarme mich!“ übersetzen, aber auch „Fick mich!“ geht durch – und spiegelt den Film eindrucksvoll wieder. Schau dir den Film an – und du wirst den Begriff „Anal-Booster“ nie wieder vergessen…

Seelen-Zerstörer-Punkte: 3 von 5


„Ich spuck‘ auf dein Grab“ (1978)

In „Ich spuck‘ auf dein Grab“ rächt sich eine Frau auf äußerst brutale Weise an ihren Peinigern. Das ist schon ziemlich heavy, aber die Taten, die überhaupt dazu führen, dass sie sich rächen will, lassen dich sicherlich ein paar Nächte lang nicht schlafen. Das Wort „unbehaglich“ beschreibt nicht mal ansatzweise das Gefühl, das man hat, wenn die Hauptdarstellerin übel vergewaltigt, misshandelt und erniedrigt wird. Inzwischen gibt es ein Remake des Films, das auch noch weitere Fortsetzungen nach sich zog. Das Nonplusultra des Rape-and-Revenge-Films ist aber das Original von 1978. Jemals wieder ruhig schlafen? Vergesst es.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 4 von 5


„A Serbian Film“ (2010)

In diesem Psychothriller geht um einen Pornodarsteller. So weit, so gut. Der soll in einem finalen Film ein letztes Mal einlochen. Auch okay. Blöd nur, dass er über den wirklichen Inhalt des Films nicht viel weiß. Denn was dann auf ihn einprasselt, das ist nicht von schlechten Eltern. Es geht um Themen wie Pädophilie und Nekrophilie, die in widerlichster Form zur Schau gestellt werden. Selbst vor einem Baby wird da nicht Halt gemacht. Trotzdem muss man dem politisch kritischen „A Serbian Film“ zugutehalten, dass er technisch wirklich eindrucksvoll gemacht ist. Noch viel größer ist der Eindruck allerdings im Magen, der regelrecht rotieren darf. Muss. Wird.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 5 von 5


„Nackt und zerfleischt“ („Cannibal Holocaust“, 1980)

Menschenfresser sind aktuell im Grunde immer Zombies. Doch 1980 war ein gutes Jahr für Fans von Kannibalenfilmen. In „Nackt und zerfleischt“ bekommt man dann auch direkt vor Augen geführt, wie Eingeborene in einem entlegenen Dschungel Menschen schnabulieren. Das ist an sich schon harter Tobak, dem jedoch die Krone aufgesetzt wird, als sich die „Zivilisierten“ gegen die Eingeborenen auflehnen und noch gravierendere Dinge mit ihnen anstellen. Entsetzliche Szenen spielen sich ab, eine Frau wird beispielsweise auf schockierende Weise auf einem Pfahl aufgespießt – so authentisch, dass Regisseur Ruggero Deodato sogar vor Gericht zitiert wurde, weil man davon ausging, dass er wirklich Menschen hat umbringen lassen für seinen Film.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 4 von 5


„The Human Centipede“ (2009)

Wer den Film sieht, wird ihn auf keinen Fall jemals wieder vergessen. Zu abgefahren ist die Grundgeschichte, die hier das Salz in der Suppe ist und so verrückt, dass man sich schon fragen kann, was mit den Machern nicht in Ordnung ist. Wie kommt man schließlich auf die groteske Idee, dass ein verrückter Wissenschaftler aus entführten Menschen einen Tausendfüßler bauen will? Inklusive miteinander verbundenen Verdauungstrakten? Das ist krank, das ist irre, das ist eklig. Und gerade deshalb bleibt es für immer im Kopf.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 3 von 5


„Inside“ (2007)

Auch die Franzosen dürfen in so einer Liste nicht fehlen. 2007 brachten sie uns einen Film, der nicht die Lachmuskeln, sondern den Brechreiz anregte. Eine geistig ziemlich kaputte Frau hat es hier auf ein fremdes Baby abgesehen. Welches sich noch im Leib der Mutter befindet… Abartige Möglichkeiten, wie sich die Geschichte entspinnen könnte, gibt es genug – und sie werden vollends ausgeschöpft. Wir sagen nur zwei Worte: Kaiserschnitt + Schere. Jepp… Dazu kommen inszenatorische Verrücktheiten, die einerseits staunen, andererseits an der mentalen Verfassung der Macher zweifeln lassen. Wer sich nicht schmutzig fühlt beim Betrachten des Films, dem ist nicht mehr zu helfen.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 5 von 5


„Salò – Die 120 Tage von Sodom“ (1975)

Der letzte Film von Pier Paolo Pasolini (bevor er ermordet wurde), ist ein Highlight für alle, die Spaß an schlimmen Erniedrigungen haben (ihr braucht Hilfe, Leute.) . Von diesen gibt es nämlich zuhauf in dem dreckigen Werk. Bei den Tätern handelt es sich um Regime-Mächtige, während die Opfer junge Menschen sind, die wie Sklaven gehalten werden. Wir reden hier von grausamer Folter – bis hin zum Essen von Fäkalien. Der Streifen „Die 120 Tage von Sodom“ eignet sich daher auch perfekt als Film für ein gemeinsames, nettes Abendessen – das man dann zusammen genauso gemeinsam wieder auskotzt.

Seelen-Zerstörer-Punkte: 4 von 5

So, jetzt weißt du, welche Filme du dir für die nächste Zeit vornehmen kannst. Vorher darfst du schon mal eine Familienpackung Stahlschwämme kaufen, um dir danach den gefühlten Schmutz vom Körper zu kratzen, während du weinend in der Dusche zusammensackst… Und sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt.