Der Mittagsregen hat den Himmel verdunkelt. Im Inneren der spärlich beleuchteten Wellblechhütte ist ein rostiges Bettgestell zu erkennen. Auf der schmuddeligen Matratze liegt, mit Ketten gefesselt, eine menschenähnliche Gestalt. Menschenähnlich, weil sie keinerlei Haare besitzt… doch es ist kein Mensch – sondern ein kahl rasiertes Orang-Utan Weibchen. Das Gesicht des Affen ist durch billige Schminke entstellt, der Körper durch täglichen Missbrauch geschändet. Wieso sich die starken Riesen nicht wehren? Sie sind zu gutmütig. Pro Tag vergehen sich in dem indonesischen Affen-Bordell dutzende Männer an dem hilflosen Tier. Die körperlichen und geistigen Schäden, die sie anrichten, sind ihnen dabei völlig egal. Diese Tierquälerei sprengt jegliche Vorstellungskraft…

Photo credit: Roman Pfeiffer via Visualhunt / CC BY-ND

Das Geschäft mit der Affenprostitution

Doch von vorne: Wir befinden uns im Regenwald von Indonesien. Dort in den abgelegenen Dschungeldörfern geschieht tagtäglich das wohl widerlichste Verbrechen, das ein Mensch einem Tier antun kann: Vergewaltigung!

Oft werden Weibchen, die gerade ein Junges bekommen haben, erschossen, um das Junge in die Sex-Sklaverei zu verkaufen.

Doch hier geht es nicht um Sodomie oder ähnliche einzeln verbreite Missbrauchsfälle, sondern um einen professionell geführten Prostitutionsring. Orang-Utans, von denen in freier Wildbahn nur noch ca. 50.000 Exemplare leben, werden von Wilderern brutal entführt. Oft werden Weibchen, die gerade ein Junges bekommen haben, erschossen, um das Junge in die Sex-Sklaverei zu verkaufen. Je jünger die Menschenaffen, desto „besser“ für die Zuhälter, denn einen jungen Affen kann man gut erziehen und ihm die Scheu vor Menschen nehmen.

Photo credit: Marc Veraart via VisualHunt.com / CC BY-ND

Wenn Menschen Tieren das Leben zur Hölle machen

Dann werden die Orang-Utans auf die verschiedenen Dörfer verteilt. Hier angekommen werden sie in ihren ersten Jahren zu Haushaltsdienern abgerichtet. Wenn sie ausgewachsen sind, werden sie täglich rasiert, geschminkt und werden mehrmals täglich vergewaltigt. Glück haben die, die „nur“ als Gogo-Affen in Bars arbeiten müssen. Doch was muss man für ein kranker und perverser Mensch sein, um sich an einem Affen zu vergehen, auch wenn er noch so menschlich aussieht?

Photo credit: Percita via Visualhunt.com / CC BY-SA

Genau hier liegt die Antwort: Die Kunden solcher Affenbordells haben meist wenig Geld und es ist ihnen egal wen oder was sie vor sich haben. Orang-Utans sind günstiger als echte Prostituierte. Für manche macht die Tatsache, dass sie Geschlechtsverkehr mit einem Affen haben, den Reiz aus, doch den meisten ist es schlichtweg egal.

Wenn Affen nicht mehr leben wollen…

Sexueller Missbrauch gegenüber Tieren hat ebenso schwerwiegende Folgen wie bei Menschen. Die Orang-Utans leiden unter Depressionen oder Gedächtnisstörungen. Viele werden sogar suizidal und versuchen sich das Leben zu nehmen. Dieses ist durch die grotesken Lebensumstände allerdings massiv verkürzt: Statt 45 – 50 Jahr leben die gutmütigen Sexsklaven nur maximal 15 Jahre.

Photo credit: Marc Veraart via Visualhunt / CC BY-ND

Wieso tut keiner etwas dagegen?!

Wenn das Martyrium der Orang-Utans so genau bekannt ist und sie sogar als gefährdete Art gelten, wieso wird nichts gegen die Bordelle unternommen? Die Antwort liegt auf der Hand: Indonesien wird von Korruption und Armut beherrscht. Die Dorfbewohner brauchen die gutmütigen Affen um zu Überleben. Vereinzelte Rettungsaktionen durch Tierschutzverbände konnten nur mit einem riesigen Polizeiaufgebot durchgeführt werden, da die Dorfbewohner massiven bewaffneten Widerstand leisteten. Und auch wenn es zu Verhaftungen kommt, die Angeklagten werden (wegen Korruption) sofort wieder frei gelassen.

Die Lösung? Ein Wandel der gesamten Gesellschaft Indonesiens…

Doch die Lage ist nicht komplett hoffnungslos. Große Tierschutzorganisationen wie WWF bemühen sich auf allen Wegen um die Rettung der Orang-Utans zu ermöglichen. Wenn auch du im Kampf gegen die unwürdige Ausbeutung der roten Baumriesen helfen möchtest, findest du mehr Infos bei wwf.de.

Quellenverweise: 
Morgenpost
Spiegel.de
Focus.de
Tangofilm
Welt.de / N24
Mimikama.at

Photo credit: phalinn via VisualHunt.com /  CC BY