Donna lebt im Seniorenheim. Sie ist 78 Jahre alt und hat Alzheimer. Fast täglich wird sie von ihrem Ehemann besucht. Dann beten Sie zusammen und halten Händchen. Auch, wenn sie sich meistens nicht an Henry erinnern kann, lächelt sie, wenn sie ihn sieht. Manchmal küssen sie sich und schmusen. Eines Tages zieht Henry die Vorhänge vor ihrem Bett zu und öffnet seine Hose.
Dann hört Donnas Zimmer-Genossin verdächtige Geräusche aus dem Bett. Sie fühlt sich unwohl. Hat das alte Ehepaar gerade Sex? Und wenn ja, ist das einvernehmlich?

So oder so ähnlich soll sich einer der letzten Besuche von Henry Rayhons bei seiner dementen Ehefrau abgespielt haben. Wenige Wochen später verstarb Donna. Nach den Berichten ihrer Zimmer-Partnerin begann die Staatsanwaltschaft gegen Henry zu ermitteln. Hat Henry seine Frau also vergewaltigt? Donnas Tochter erhob Anklage. Die entscheidende Frage: Kann eine Alzheimer-Patientin Einwilligung zum Geschlechtsverkehr geben, wenn sie sich nicht einmal an den Namen ihres Mannes erinnern kann?

„Donna schreckte nie vor der Nähe ihres Ehemanns zurück.
Es ist möglich, dass Demenz-Patienten Sehnsucht nach sexueller Nähe zu ihrem Partner haben.“

Lange vor dem vermeidlichen Missbrauch wurde Donna von Ärzten die Fähigkeit abgesprochen, Einwilligung zum Sex zu geben. Henry beharrte darauf, seit dem nicht mit seiner Frau sexuell aktiv gewesen zu sein. Das Urteil des Gerichts fiel zu Henrys Gunsten aus. Ihm konnte der Geschlechtsverkehr mit Donna nicht nachgewiesen werden. Doch die Kernfrage bleibt offen – Darf man mit einem dementen Partner Sex haben?

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