Kniehohe Lederstiefel. 13cm hohe Absätze. Netzstrumpfhose, enge Shorts. Die junge Frau stolziert durch ihre Küche, wohl wissend, dass das, was sie gleich tun wird, vielen Menschen den ultimativen Sex-Kick geben wird. Die Kamera schwenkt um, zwei Pflaumen rücken ins Bild. Sekunden später sind sie von den Absätzen der Frau zerquetscht worden. In einem ähnlichen Video passiert das selbe, jedoch nicht mit Pflaumen, sondern mit dem Kopf eines ängstlich quiekenden Hundewelpen. Willkommen in der kranken Welt der Crush Fetischisten. 

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Erst sind es nur Lebensmittel…

Auch wenn es sich anhört, wie eine Szene aus einem Splasher-Film, ist diese Szene – wenn auch nur selten – Teil der Realität, in die sich Anhänger des „Crush-Fetisch“ verlieren. Diese Menschen erregen sich daran, wie Gegenstände oder eben Lebewesen von (meist leicht bekleideten und weiblichen) Menschen zertreten werden.
Lediglich seltsam anmutend, aber nicht kriminell, sind Soft Crushes. Dabei werden etwa Lebensmittel oder höchstens kleine Tiere wie Schnecken und Spinnen „gecrusht“. Bei der härteren Variante, dem Hard Crushing, werden dann die Hände von Fetischisten selbst und im Extremfall auch größere Tiere wie Katzen und Hunde in den Erdboden gestampft. Stellt euch also das hier vor, aber nicht mit Hack, sondern mit kleinen Katzen:

Die allermeisten Videos, die für Menschen mit dem Crush Fetisch gemacht werden, beinhalten keine kriminellen Handlungen. Wenn jemand eine Pflaume auf seinem Küchenboden zertritt und das filmt, ist das zwar irgendwie seltsam, aber im Gegensatz zu der des Menschen, ist die Würde der Pflaume eben doch antastbar.

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Das wohl schlimmste Crusher-Video aller Zeiten

Gerechtfertigtes Entsetzen löste 2013 das vielleicht schrecklichste Crusher-Video aller Zeiten aus. Es zeigt drei minderjährige Mädchen, wie sie 20 Minuten lang einem kleinen, winselnden Hundewelpen vermutlich jeden einzelnen Knochen brechen. Mehrmals. Nach 10 Minuten gibt das völlig wehrlose Tier kein Lebenszeichen mehr von sich, als sich die drei Mädchen am Ende fast schon triumphierend gemeinsam auf den wabbeligen Hundebrei stellen, ist er schon längst tot. (Wir verzichten darauf, dieses Video hier zu zeigen.) 

Haben die drei Crusherinnen und ihre „Kollegen“ nun den Tod verdient? Könnte man meinen, aber die Wahrheit ist komplizierter. Wie die meisten im kriminellen Crusher wurden auch diese Mädchen zu ihren grauenhaften Taten genötigt, sahen es als letzten Weg aus der Armut. Das eigentlich verantwortliche Ehepaar dahinter wurde inzwischen verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt. Doch ein fader Beigeschmack bleibt… wie KANN man nur?!

Was im Internet passiert, bleibt im Internet.

Wie groß die Dunkelziffer dieser Gräueltaten sind, ist schwer zu sagen. Sowohl die Produzenten als auch die Käufer dieser Videos wissen, wie und wo sie sich im Netz verstecken müssen, sodass die Polizei oft machtlos und von privaten Netz-Aktivisten abhängig ist. Der Welt würde momentan ganz sicher ein bisschen mehr Kompromissbereitschaft und Nachsicht gut tun. Aber wenn die Rechte hilfloser Lebewesen wortwörtlich mit Füßen getreten werden, dann geht uns das alle etwas an. Die Tiere (und Pflaumen) brauchen uns.

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