„Ach komm, einen Happen schaffst du ja wohl noch, oder? Tu‘ es für mich, meine Kleine!“ Sie kann eigentlich nicht mehr, aber sie liebt ihn ja. Er gibt ihr Essen, ein Dach über dem Kopf, ein bisschen Zuneigung. 30 Kilo hat sie dieses Jahr schon zugenommen, im Jahr davor auch schon 15. Das Laufen fällt langsam schwer, das Atmen auch, aber dieses Leuchten in seinen Augen, wenn wieder ein Kilo dazugekommen ist… Was wie der Lebensinhalt eines Mastschweins klingt, ist in Wahrheit das Leben jeder Frau, deren Partner den sogenannten Feeding-Fetisch hat. Wir zeigen euch, was der Feeding-Fetisch mit Frauen anrichten kann – und ob er auch „funktionieren“ kann.

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Bitte füttern! –> Feeding für Anfänger. <–

Auch Christiane und Patrik (Namen geändert) lebten in einer solchen Beziehung, wenn auch nicht von Anfang an. Sie verliert zunächst ihren Job, ist unzufrieden mit sich, mit ihrem Leben, und nimmt zu. 15 Kilo in einem Jahr, von 105 auf 120kg. Doch Patrik, der bis dahin noch gar nichts von seiner Neigung wusste, merkt mit der Zeit, wie sehr ihm das Zunehmen von Christiane gefällt. Wie es ihn anmacht.

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Aufgehen soll sie. Wie ein fetter Hefeteig.

Er beschließt bald, nachzuhelfen. Ohne, dass sie davon erfährt, werden sie so zu Feeder und Feedee, wie man die beiden Parteien in einer Feeding-Beziehung auch nennt. Er lernt, zu kochen, füttert sie mit Süßigkeiten, tagein, tagaus und sieht seinem angebeteten Fleischberg stolz beim Wachsen und gedeihen zu. Nach einem Jahr wird sie skeptisch und fragt ihn, was das ganze Essen eigentlich soll, und ob er will, dass sie zunimmt. Er erklärt Christiane seinen Fetisch, und überzeugt sie davon, das fette Spiel mitzuspielen. Der Einsatz: Ihr Körper – und ihre Gesundheit. Aber sie liebte ihn ja. Doch nach einem weiteren Jahr Mästung bringt Christiane über 150kg auf die Waage und gerade noch ist die Liebe zu sich selbst größer als die zu ihm. Im vielleicht allerletzten Moment zieht sie die Reißleine und trennt sich von Patrik und seinem zerstörerischen Trieb.

„Ich finde es so scharf, wenn ich, um in eine Frau einzudringen, erst ihren riesigen Bauch beiseite schieben muss.“ – Patrik alias Feeder4life

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Kann Feeding „funktionieren“?

Patrik, der sich in einem Forum „Feeder4life“ nennt, erzählt dort fast schon melancholisch von seiner verfettet- ähh, verflossenen Liebe. Allerdings gibt er auch offen zu: „Hätte sie gesagt, sie wolle wieder abnehmen, wär ich wohl sowieso gegangen.“ Doch er kann weiter Hoffnung schöpfen, seine wahre Traumfrau noch zu finden, sie zu ehren und zu mästen, bis dass ihr Tod sie scheidet. Denn anders als Christiane gibt es Frauen, die exakt das wollen, was sich Patrik so sehr von einer Frau wünscht. Für sie gibt es nichts Schöneres als ein Dasein als wolllüstige Fressmaschine zu fristen, bis sie als riesige Pfütze aus Fett nicht mehr aus ihrem eigenen Bett aufstehen können. Dass mit jedem neuen Kilo ihr Herztod wahrscheinlicher wird? Was soll’s! Einvernehmlich und im Namen der „Liebe“ können sich Feeder und Feedee bei solchen Bedenken nur ihren (nicht seinen!) Wanst vor Lachen halten.

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„Ich finde es erotisch, wenn eine Frau beim Laufen schnieft, wenn sie jede Treppe als Hürde sieht und ich sie, wenn sie oben ist, mit Süßigkeiten belohnen kann.“ – Patrik alias Feeder4llife

Für viele Menschen sind Feeding-Fetischisten nichts als krank, gestört, und gehören, wenn schon nicht gleich weggesperrt, zumindest schnellstmöglich therapiert. Doch nur wenige Menschen mit dem Feeding-Fetisch sehen ihren Drang als krankhaft an, denn immerhin beruht ja – wenn alles klappt – alles auf absoluter Freiwilligkeit. Doch… wo hört Liebe auf und wo fängt Krankheit an?

 

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