Ein lebloser männlicher Körper liegt am Straßenrand, wie ein Müllsack. Die Leiche wurde auf brutalste Weise verstümmelt. Der Körper wurde nicht nur von oben bis unten aufgeschlitzt,  auch die Organe wurden herausgeschnitten oder gewaltsam herausgerissen – und der Kopf fehlt. Wer an Organhandel denkt, der irrt. Denn es gibt einen grausamen Aberglauben, der in Ostafrika und in den südlichen Regionen Afrikas praktiziert wird. Menschen mit Glatze werden gejagt und getötet, weil das angeblich zu Reichtum verhilft. Was genau hinter diesem lebensgefährlichen Aberglauben steckt und wer die Menschenjäger losschickt, erfahrt ihr jetzt.

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Am Ende des Regenbogens wartet ein Kopf mit Gold.

„In den Köpfen von Menschen mit Glatze befindet sich Gold!“ Was für uns total absurd klingt, ist ein alter Aberglaube in den südlichen Regionen Afrikas. Dieser Glaube ist in den Großstädten nicht mehr allgegenwärtig, umso mehr aber in den ländlichen Gegenden. „Traditionelle Heiler“ beauftragen Menschenjäger, den Kopf oder die Organe glatzköpfiger Menschen zu beschaffen. Die Belohnung ist für afrikanische Verhältnisse sehr großzügig. Menschen, die daran glauben, zahlen für diese Okkulte viel Geld. Insgesamt ein lukratives Geschäft – außer für Glatzenträger.

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Sie werden dir kein Härchen krümmen…

…wenn du Härchen hast! Kein Witz: Die Polizei warnt davor, dass glatzköpfige Männer in Mosambik derzeit gejagt, verstümmelt und getötet werden. Zuletzt wurden die Reste einer männlichen Leiche in Morrumbala gefunden. Es fehlten der Kopf und die Organe. Die traditionellen Heiler benötigen die Körperteile und Innereien für  die rituellen Durchführungen oder für das Herstellen von „Zaubertränken“. Zurzeit werden noch zwei weitere Männer in Mosambik vermisst.

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Wenn Aberglauben Menschenleben fordern.

Aberglaube über Aberglaube. Die Menschenjagd spielt (leider) nicht nur in diesem Fall eine Rolle. Neben glatzköpfigen Männer, müssen Menschen mit Albinismus in Afrika ihr ganzes Leben lang mit der Angst leben, eines nachts getötet oder verstümmelt zu werden, denn ihre Körperteile sollen Glück bringen.

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Fester Glaube ohne Kopf und Verstand

Ja, es gibt immer noch Menschen, die wirklich fest an so etwas glauben. Besonders in den ländlichen Regionen Afrikas, in denen der Zugang zu Bildung noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Hintergrund: Viele halten an alten Traditionen fest, um so ihren Vorfahren Loyalität und Respekt zu erweisen. In Großstädten Afrikas hingegen sind wissenschaftliche Erklärungen weit verbreitet, sodass solche Aberglaube nicht mehr praktiziert werden und sogar gesetzlich verboten sind. Spricht: Bildung und Aufklärung sind unabdingbar!

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