Nach dem Unterricht soll die 13-jährige Alima noch im Klassenraum bleiben. Ihr Lehrer möchte mit ihr alleine sein. Er will sie anfassen, sie küssen … und wahrscheinlich wird er sie auch heute wieder zum Sex zwingen. Alima hat keine Wahl und muss die perversen Übergriffe des Lehrers über sich ergehen lassen. Wehrt sie sich, drohen schlechte Noten und eine gescheiterte Versetzung. Ein widerlicher Fall von Erpressung und sexuellem Missbrauch – doch in Mosambik trauriger Alltag. Im ganzen Land halten Lehrer ein perfides System aus Angst, Missbrauch und Korruption aufrecht. Welches unglaubliche Leid Schulkinder in Mosambik ertragen müssen und wie ein krankes Sex-System ihre Zukunft zerstört, lest ihr hier!

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Wenn das Klassenzimmer zur Hölle wird

Kinder, die in Mosambik gute Schulnoten erzielen wollen, müssen sich auf einen perversen Deal mit ihren Lehrern einlassen. Fleiß? Ja, aber nicht beim Lernen. In dem von Korruption durchsetzten Land haben Kinder nur Chancen auf eine erfolgreiche Schullaufbahn, wenn sie sich für gute Noten prostituieren. Weigern sie sich, drohen miserable Zensuren und die Nichtversetzung. Sex mit den Lehrern ist ihr einziger Ausweg.

Zum Schweigen gezwungen

Die Schüler haben keinerlei Chance, das perverse System zu durchbrechen. Wenden sich die Opfer an andere Lehrer, drohen auch diese mit schlechten Noten. Da Bildung im extrem verarmten Mosambik nur schwer zugänglich ist, reicht das drohende Sitzenbleiben als Druckmittel aus.

„Deine Leistungen sind einwandfrei – aber du wolltest nicht mit mir schlafen… Ich habe dich durch die Abschlussprüfung fallen lassen.“

So fügen sich immer mehr Kinder der Sex-Mafia im Lehrerzimmer. Viele Schülerinnen verlassen sich so sehr auf sexuelle Gefälligkeiten als einzigen Weg zu guten Noten, dass sie gar nicht erst für die Schule lernen. Nach der Schule stehen sie dann ohne Wissen und Qualifikationen da. Und damit ohne Perspektive.

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Flucht in die Armut

Kinder, die sich nicht auf die perversen Methoden der Lehrer einlassen, wird das Leben zur Hölle gemacht. Häufig brechen sie die Schule viel zu früh ab. Ohne Abschluss. Ohne Bildung. Ohne Hoffnung. Was dann besonders jungen Mädchen droht, ist traurige Ironie: Um ihre Existenz zu sichern, bleiben vielen der Schulabbrecherinnen nur Kinderehen mit älteren Männern als Ausweg. So heiraten fast 50% der Mädchen in Mosambik, bevor sie 18 sind. Viele werden vor ihrem 15. Geburtstag schwanger.

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Und die Täter?

Auf gerechte Strafen für die Lehrer hofft man in Mosambik vergeblich. So ließ Mosambiks Bildungsministerium verlauten, dass der aufreizende Kleidungsstil vieler Schülerinnen der wahre Grund (!) für die sexuellen Übergriffe sei. Die Konsequenz: Neue Schuluniformen mit längeren Röcken. Sex hatten die Lehrer danach trotzdem noch mit ihren Schülerinnen. Allein im Jahr 2016 fielen mehr als 1.500 Mädchen dem perfiden System zum Opfer.

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Lehrer bis zum Ende.

Wird in Ausnahmefällen gegen beschuldigte Lehrer ermittelt, dürfen diese so lange weiter unterrichten, bis ihre Schuld bewiesen ist. Einfach nur krank! Umso wichtiger wird es in Zukunft sein, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass auch sie Rechte haben und sich der Sex-Mafia der Schulen nicht beugen müssen. Viele NGOs arbeiten derzeit an Aufklärungsprojekten. Nur so lässt sich der traurige Teufelskreis in Mosambik vielleicht irgendwann zerschlagen.

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