Der kleine Junge weinte. Sein Kopf war vom vielen Schreien rot angelaufen. Gewaltsam hielt der Vater den Arm des Säuglings fest und griff zur Spritze. Aus lauter Hass und Bequemlichkeit wollte er dem Leben seines eigenen Sohnes ein Ende setzten. Unterhalt zahlen? Das kam für ihn nicht in Frage! In der Spritze befand sich ein gefährlicher Cocktail – versehen mit dem tödlichen HI-Erreger. Er stach zu und flösste dem Baby den Virus ein.

Heute ist Brryan Jackson 25 Jahre alt – und HIV-positiv. Er schreibt sich mit zwei r’s und nahm den Mädchennamen seiner Mutter an. Denn den Namen seines Vaters, Bryan Stewart, kann und will der Motivations-Coach nicht tragen. Weil seinem Erzeuger die Verantwortung für ein Baby zu groß, die Kosten für ein Kind zu hoch waren, steckte er seinen Sohn mit HIV an und hoffte auf einen schnellen Tod. Doch Brryan hatte Glück: Dank moderner Medikamente ist seine HI-Virus-Last nicht nachweisbar, er kann das Virus also sexuell nicht weitergeben. Deshalb darf er jetzt hoffen, irgendwann selber Vater zu werden.

Titelbild: Symbolfoto: Photo by Kit4na on Visualhunt.com /  CC BY