Die 12jährige Anupa steht vor ihrer Steinhütte im größten Bordell Bangladeschs und starrt mit leerem Blick auf die Straße, die voller Fäkalien und benutzter Kondome ist. Plötzlich wankt ein alter Mann auf sie zu und gafft sie aufgegeilt an. Dann packt er sie an den Haaren und zerrt sie in ihre Hütte, wo er sie aufs Bett drückt und sich zwischen ihre Beine presst. Sie hat keine Wahl. Das Mädchen gibt nach, setzt sich auf sein Glied. Nachher gibt er ihr 85 Taka, umgerechnet einen Euro, und torkelt weiter. Doch das, was so abscheulich klingt, ist leider traurige Normalität in Dalautdia. Warum den kleinen Mädchen nichts anderes übrig bleibt, als gegen ihren Willen im Bordell zu arbeiten und was für eine Rolle Steroide in ihrem Alltag spielen, lest ihr jetzt.

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Verkauft, entführt, verschleppt.

Ungefähr die Hälfte der Prostituierten in Dalautdia ist minderjährig, einige von ihnen sind sogar erst acht Jahre alt. Die meisten der dort arbeitenden Mädchen sind nie zur Schule gegangen und können weder lesen noch schreiben. Doch die wenigsten sind freiwillig in Bangladeschs größtem Bordell. Viele werden von ihren Familien verkauft, vor Textilfabriken mit falschen Versprechungen abgefangen oder von Menschenhändlern verschleppt.

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Ausbeute statt Lohn dank Zuhälterinnen

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Dann werden sie an eine Zuhälterin verkauft, die je nach Attraktivität und Körperfülle rund 350€ für jedes Mädchen zahlt. Doch von diesem Geld kriegen die Sexarbeiterinnen nichts, im Gegenteil: Sie müssen den Preis, der für sie gezahlt wurde, begleichen, indem sie die Hälfte ihres Lohns an ihre Zuhälterin abgeben. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie mit etwa 700 Männern schlafen müssen, um ihre Schulden aufzuheben. Unfassbar.

Dünne Mädchen? Nein, danke!

Um möglichst attraktiv zu wirken und viele Männer anzuziehen, werden den Mädchen Steroide verabreicht, die normalerweise von Bauern zum Mästen ihres Viehs benutzt werden. Diese sollen den Appetit ankurbeln und sie kurviger erscheinen lassen. Doch die stark süchtig machenden Anabolika haben krasse Nebenwirkungen und können zum Beispiel Nierenversagen und Diabetes hervorrufen.

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Dein Stolz ist mir egal – bück dich, noch einmal…

Die meisten Männer wissen um den desolaten Gesundheitszustand der Mädchen. Doch anstatt so etwas wie Mitgefühl zu empfinden und ihnen zu helfen, flößen sie ihnen nur noch mehr Drogen ein, damit sie mit ihnen machen können, was sie wollen. Schlagen. In der Gruppe misshandeln. Mit ihnen die krankesten Vorlieben ausleben. Je jünger sie sind, desto besser, denn 12-jährige Mädchen geben den meisten Klienten erst so richtig den Kick. Dass sie sich dadurch mit Pädophilie strafbar machen, ist für sie nicht weiter von Bedeutung, da Sexarbeiterinnen gesetzlich nicht geschützt sind und derartige Straftaten in Dalautdia so gut wie nie geahndet werden. Was bleibt, sind von der Gesellschaft verstoßene Mädchen, die ihrer Zukunft und ihres Menschseins beraubt werden.

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