Mit 15 wird sie zwangsverheiratet. Sie wird von ihrem Ehemann geschlagen, missbraucht und vergewaltigt. Zwei Jahre vergehen, bis sie die Qualen nicht mehr aushält. Sie wehrt sich und tötet ihn. Im Alter von 17 Jahren wird ihr Todesurteil gesprochen: Tod durch Hinrichtung. Schrecklich – und kein Einzelfall, denn auch im Jahr 2017 gibt es noch Staaten, in denen Kinderhinrichtungen vollzogen werden. Dort werden Kinder genauso hart bestraft wie Erwachsene. Lebenslange Freiheitsstrafe und Todesstrafe eingeschlossen. Wo sowas gemacht wird und was die Kinder verbrochen haben, die so bestraft werden, lest ihr jetzt .

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Der Staat, der seine Kinder tötet.

Die erschütternde Wahrheit: Es gibt immer noch Länder, die Kinderhinrichtungen durchführen. In Saudi Arabien, Jemen, Pakistan und im Sudan sowie Iran büßen Kinder für ihre Verbrechen mit ihrem Leben. Bis zuletzt zählte sogar die USA zu den Spitzenreitern, bis sie 2005 abschafften. Amnesty International berichtet von schrecklichen Zahlen. Zwischen 2005 und 2015 gab es allein im Iran offiziell 74 Hinrichtungen und das, obwohl der Iran die Kinderrechtskonvention unterschrieben hat. Konkrete Zahlen? Wollen sie nicht rausrücken.

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„Du wirst bestraft wie ein Erwachsener, mein Kind!“

Im Iran werden die Jungen ab 15 und Mädchen ab 9 Jahren genauso behandelt wie Erwachsene. Sie können also wegen ihrer Verbrechen zu lebenslanger Freiheitsstrafe oder zum Tode verurteilt werden. Zu diesen Verbrechen zählen Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel oder Gotteslästerung. Die Herkunft der Kinder und ihre Beweggründe interessieren keinen. Laut des UN-Berichts sitzen 160 Kinder im Iran in ihren Todeszellen und warten auf ihre Hinrichtung.

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Schnell und radikal

Erschossen, erstickt, vergiftet. Und wenn es schnell gehen muss: Massenmord. So werden die Kinder hingerichtet. Doch bevor es dazu kommt, müssen sie teilweise viele grausame Jahre im Todestrakt verharren und auf ihr bitteres Ende warten. Die Demütigung und Quälerei beginnt bereits während des Prozesses. Sie werden manipuliert und gefoltert bis sie ihre Taten gestehen, damit das Todesurteil ausgesprochen werden kann. Statt für Gerechtigkeit zu sorgen, entledigt sich der Staat lieber seinen Kindern. Das geht schneller und ist einfacher.

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Der Kampf gegen die Dunkelziffer

Wie es bei jedem kritischen Thema üblich ist, gibt es sowohl Befürworter als auch Gegner. Doch aus rein ethischen und menschenrechtlichen Gründen können Kinderhinrichtungen in keiner Weise geduldet werden.

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Organisationen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, wie beispielsweise Amnesty International, kämpfen für die Abschaffung der Kinderhinrichtungen und setzen sich für die Abschaffung von Todesurteilen für Kinder ein. Man kann nur hoffen, dass diese Staaten bald Einsicht zeigen.

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