Sex im Knast … Das heißt tägliche Vergewaltigungen, Blowjobs gegen Drogen und Handjobs gegen Süßigkeiten. Ist das wirklich so? Daniel Genis saß über zehn Jahre im Gefängnis. Vor kurzem schilderte er aus erster Hand, was wirklich dran ist, an den Legenden über männliche Sexualität im Gefängnis. Wie heftig es hinter schwedischen Gardinen abgeht und ob man die Seife in der Knast-Dusche wirklich nicht fallen lassen sollte, erfährst du hier!

Hollywood zeichnet ein ganz spezielles Bild von Sexualität im Gefängnis: Neue Insassen sind Frischfleisch für erfahrene und stärkere Häftlinge, die sich auf brutale Weise nehmen, was sie wollen. In seinem Bericht beschreibt Genis Handjobs in der Knast-Bibliothek, Quickies hinter Getränkeautomaten und sexuelle Gefälligkeiten im Austausch für Zigaretten. Doch brutale Vergewaltigungen? Die sind im Gefängnis nach seiner Erfahrung bei weitem kein Alltag.

„Den meisten geht es nicht um gewaltsamen Sex.
Es geht ihnen um Zuneigung und körperliche Nähe.“

Viel häufiger wurde er Zeuge von sexueller Nötigung. Erfahrene Insassen kümmern sich oft um Neuankömmlinge. Beschützen sie, helfen bei der Eingewöhnung und besorgen ihnen Gras oder Zigaretten. Nach einigen Wochen fordern sie dann Sex als Gegenleistung. In den meisten Fällen ist Geschlechtsverkehr hinter Gittern jedoch einvernehmlich. Die Insassen wollen Nähe spüren, brauchen Sex und sehnen sich nach Körperkontakt. Dann spielt es keine Rolle, ob sie schwul sind, oder nicht.

Titelbild: Symbolfoto: Photo via Pixabay