Stell dir vor, du bist auf einer Beerdigung. Die Trauergemeide flaniert am Sarg vorbei, um einen letzten Blick auf den Verstorbenen zu werfen. Sie wollen sich verabschieden, in Gedanken noch einmal “ich liebe Dich” sagen. Du willst nichts dergleichen. Als dein Blick auf das Gesicht des Toten fällt, stellst du dir vor, wie es sich anfühlen würde, deine Zunge in seinen toten Mund zu schieben. Ob seine Lippen kalt wären? Ob man die einsetzende Verwesung schmecken könnte? Das herbe Aroma des Todes? Was den meisten Menschen unvorstellbar erscheint, ist für Nekrophile der ultimative Anturner: Sex mit einer Leiche. Wie viele Nekrophile es in Deutschland gibt, ist nur ziemlich dünn erforscht; denn als Nekrophiler tut man verständlicherweise gut daran, sich nicht erwischen zu lassen.

Fliegt man dennoch auf, kann man sich sicher sein, mit seinem Fetisch auf der Titelseite zu landen. So wie diese drei unglaublichen Fälle.

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Fall 1: Die 29 toten Mädchen

Anatoli M. war ein guter Nachbar, von der Sorte, die im Treppenhaus grüßen und pünktlich den Müll an die Straße stellen. Niemand hätte sich auch nur im Traum vorstellen können, dass der unschuldige Heimatkundler mit 29 mumifizierten Frauenleichen zusammenlebte. Die toten Körper hatte er auf Friedhöfen ausgegraben, wie Puppen herausgeputzt und sie in seiner Dreizimmerwohnung wohnen lassen.

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Die Polizei war ihm auf die Schliche gekommen, als sie wegen einer Reihe von Grabschändungen in Nischni Nowgorod ermittelte. Anatoli M. wurde wegen Störung der Totenruhe angeklagt. Seine 29 toten Bräute wurden dorthin zurückgebracht, wo sie hergekommen waren: Auf den Friedhof.

Fall 2: Der sammelwütige Serienmörder

Da mistest du Papas Garage aus und in den zwei großen blauen Fässern, die schon seit über 10 Jahren dort stehen, findest du die verwesenden Gliedmaßen einer vermissten Prostituierten. Der Gestank jedenfalls muss bestialisch gewesen sein, das Entsetzen grenzenlos. Genau das passierte Manfred Seels Tochter im August 2014.

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Der Familienvater war ein angesehenes Mitglied seiner Gemeinde – und ein Nekrophiler der gefährlichsten Sorte. Denn er tötete, um an die Körperteile seiner Opfer zu kommen und sich mit ihren noch warmen Leichen zu vergnügen. Die 9 Frauen und der 13-jährige Junge, die er grausam umbrachte, waren für Manfred Seel Dinge, die man nach Benutzung wegwirft, in Fässern einlegt oder verspeist.

Fall 3: “Der Körper liegt nur da, aber genau das macht mich glücklich.”

Wenn Liebespaare miteinander durchbrennen, ist das romantisch. Aber nicht, wenn ein Part der Liebenden tot und das Fluchtauto ein Leichenwagen ist. Gestohlen auf dem Weg zur eigenen Beerdigung.

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So unvorstellbar der Gedanke an Sex mit Toten für uns ist, eine 23-jährige Frau als Täterin können wir uns noch viel weniger ausmalen. Und doch machte Karen Greenlee in den 70er Jahren als erste nekrophile Frau Schlagzeilen. Ihre Liebhaber suchte sie sich in Bestattungsunternehmen, in denen sie arbeitete. “Die Leute können nicht unterscheiden, ob man vor Trauer schluchzt oder vor Lust”, sagte sie über ihre Vorliebe, nach dem Schäferstündchen noch der Beerdigung ihrer rund 40 Lover beizuwohnen.

Ihre Strafe? Eine Geldbuße und 11 Tage in Haft. Denn Nekrophilie gilt nach wie vor nicht als schweres Verbrechen.

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