„Du bist die Schönste. Ohne dich kann ich nicht mehr leben.“ Aufmerksamkeit und schmeichelnde Komplimente. Kein Wunder, dass sich Marie Hals über Kopf in ihren Can verliebt. Er ist ihr Mittelpunkt des Lebens geworden. Geld ist der Schlüssel zum gemeinsamen Glück, sagt Can und weil er ihr das nicht geben kann, will er sie verlassen. Doch Marie will nicht, dass Can geht und tut alles dafür – wirklich alles. Sie bricht den Kontakt zu ihren Eltern und Freunden ab und beginnt ihren Körper zu verkaufen – und das mit 13. Denn sie ist ihrem Liebsten vollkommen verfallen und merkt gar nicht, wie er sie ausnutzt. Can ist ein Loverboy. Ein gut aussehender junger Mann, der gezielt Mädchen und junge Frauen manipuliert, um sie auf dem Strich für ihn arbeiten zu lassen. Wenn Liebe blind macht…und so das Leben vieler Mädchen zerstört.

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Von Liebe keine Spur

„Ich liebe dich.“ Das ist kein Liebesgeständnis, sondern ein Druckmittel. Loverboys suchen sich die Mädchen aus, die unscheinbar und schüchtern sind. Mädchen, die sie einfach und schnell manipulieren können. Sie erfüllen ihre Sehnsüchte nach Aufmerksamkeit und Zuneigung. Und die Gegenleistung? Prostitution. Frei nach dem Motto „Beweise mir deine Liebe und tu das für unsere gemeinsame Zukunft“.

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Morgens Schule & abends Strich

Und wenn mal eine Stunde ausfällt, reicht die Zeit für einen Quickie mit einem Freier. Blasen kostet 50 Euro, normaler Sex 80 Euro und von Hinten 100 Euro. Jedes Extra kostet 20 Euro. Am Tag müssen die Mädchen bis zu 400 Euro verdienen. Obwohl die restliche Zeit kaum für die Schule reicht, ist ein Loverboy stets darum bemüht, dass die schulischen Leistungen des Mädchens nicht darunter leiden. Nicht, weil er um ihre Zukunft besorgt ist, sondern weil er Angst hat, dass sie auffällig wird und alles auffliegt.

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Anzeige? Fehlanzeige!

Solche Straftaten fallen bei der Polizei unter Menschenhandel. Doch leider sind der Polizei oft die Hände gebunden. Zum einen, weil die Mädchen das „freiwillig“ tun und zum anderen, weil viele Mädchen sich aus Angst und Scham nicht trauen, ihren Loverboy anzuzeigen. So kommen diese Männer oft ungestraft davon.

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Erst Peitsche, dann Zucker

Die Mädchen leben zwischen Gewalt und vorgespielter „Liebe“. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Obwohl diese Mädchen abhängig von der Zuneigung und Anerkennung ihres Loverboys sind, haben sie doch Momente in denen sie merken, dass sie aus diesem Leben ausbrechen wollen. Aber mit Gewalt und Brutalität werden sie von ihren Loverboys im Zaun gehalten und anschließend mit Komplimenten und Liebeserklärungen besänftigt.

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Kein altes Leben mehr

Das Ziel der Loverboys: Das Mädchen komplett zu isolieren. Damit schafft er eine Abhängigkeit von der die Mädchen nur sehr schwer loskommen. Einige von ihnen schaffen es zurück zu ihrer Familie, aber in ihr altes Leben können sie nicht zurückkehren. Entweder sie erholen sich oder sie kehren aus Verzweiflung wieder zurück zu ihrem Loverboy und verschwinden spurlos. Ein trauriges Schicksal, das viele Mädchen weltweit teilen.

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