Die Nüstern des Hengstes beben, seine wütenden Augen fixieren sein Gegenüber und seine Hufe scharren unruhig im Sand. Einen Augenblick später geht das aggressive Tier auf den anderen Hengst los, beißt sich in ihm fest und tritt ihn zu Boden. Blut fließt und die Menge rastet vor Begeisterung aus. Was den Spaniern der Stier, ist den Asiaten der Hengst. Pferdekämpfe gehören dort zu einer 500 Jahre alten Tradition, die noch heute praktiziert wird. Die Tiere werden absichtlich heiß gemacht, provoziert und aufeinander gehetzt. Und zwar nur zur Unterhaltung. Wieso bisher noch nichts gegen diesen Horror unternommen wurde und wie sehr die Tiere unter dieser Tortur leiden, erfährst du hier.

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Wieso zum Teufel machen die das?!

Der Miao-Stamm im Südwesten Chinas pflegt die brutalen Hengstkämpfe als Neujahrstradition. Die Teilnahme soll Glück bringen und eine gute Ernte im neuen Jahr garantieren. Doch eigentlich dreht sich alles nur noch um die schnelle Kohle und den Unterhaltungsfaktor. Die Menschen wollen Wetten was das Zeug hält und mit ihrem eigenen Hengst die Siegesprämie kassieren. Der traditionelle und spirituelle Gedanken ist mit den Jahren immer weiter in den Hintergrund gerückt. Für die Dorfbewohner und Besucher ist das blutige Spektakel einfach ein Riesenereignis, das groß zelebriert werden muss. Fast wie bei den Gladiatorenspielen früher – doch eigentlich sollte diese Zeit längst passé sein.

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Tierquälerei: Deutschland vs China

In Deutschland sind Tierkämpfe, egal ob mit Hahn oder Hund, seit dem 19. Jahrhundert verboten. Während man hier für ein solches Spektakel um Leben und Tod illegale Hinterhöfe aufsuchen und eine kriminelle Laufbahn einschlagen muss, wird der Tierquälerei in China ganz öffentlich gefrönt. Doch mit Kleinvieh auf vier Pfoten gibt man sich im Land des Lächelns nicht zufrieden. Es muss schon ein paar Nummern größer sein – und aggressiver!

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Drei ist einer zu viel.

Der Kampf zwischen zwei Hengsten um die Gunst einer Stute ist an sich nichts Außergewöhnliches und in der Natur an jeder Ecke zu finden. Beim Fight in der Wildnis kommt es nicht selten zu qualvollen Todesfällen. Doch das ist die Natur – und kein erzwungenes Schauspiel vor den Augen gelangweilter Chinesen.

Tierquläerei dient hier der Massenunterhaltung.

Und um die Tiere noch extremer aufeinander zu hetzen, wird den Hengsten eine rossige Stute vor die Nase gesetzt. Sind die Tiere erregt und die Hormone am Brodeln, beginnt der tödliche Konkurrenzkampf. Ein solch inszenierter Fight dauert in der Regel 30 Minuten, dann wird abgebrochen. Während dem schwer verletzten Verlierer der Kopfschuss der Gnade gesetzt wird, stürzt sich der erschöpfte Gewinner in die nächste Runde – so lange, bis ein ultimativer Champion gekürt werden kann. Sein Gewinn? Das Leben. Während so viele Pferde einfach nur aus purer Unterhaltung für die Zuschauer gestorben sind. Abartig.

Das Töten geht weiter

Sämtliche Tierschutzorganisationen schlagen seit Jahren Alarm und sogar die Regierung in Peking ist gegen diese grausame Tradition. Die Menschen in den abgelegenen Gegenden Südchinas interessiert das jedoch recht wenig. Das Land ist schlicht zu groß, um ernsthafte Verbote und Kontrollen durchzusetzen und so treten und beißen sich auch weiterhin zu jedem Jahreswechsel Hunderte Hengste zu Tode.

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