Es ist wie ein ganz normales Date. Zwei Menschen treffen sich. Sie gehen zusammen essen und reden. Dann wird es Zeit für den Grund des eigentlichen Treffens. Sie haben Sex. Ungeschützten Sex. Nicht weil sie die Kondome vergessen haben, sondern weil einer von ihnen den anderen mit HIV anstecken will. Beide wollen es so. Nach dem Sex verabschieden sie sich und werden sich nie wieder sehen. Das einzige, was sie verbindet: Beide sind nun HIV-Positiv. Pozzing, so nennt sich das. Warum Menschen das machen, wie viel es kostet und ob es strafbar ist, lest ihr hier. 

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„Bitte steck‘ mich an!“

Das hört sich alles nicht nur krank an, sondern es macht auch krank. Beim Pozzing lassen sich Menschen absichtlich mit dem HI-Virus anstecken. Das ist besonders in der homosexuellen Szene bekannt. Denn AIDS ist eine Krankheit, die besonders in dieser Szene allgegenwärtig ist. Das liegt besonders an der erhöhten Ansteckungsgefahr beim Analverkehr:

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„Ich suche jemanden, der mich pozzt.“

Aber wie finde ich jemanden? Das alles läuft relativ klassisch ab. Man erstellt einfach eine Anzeige im Internet. Es gibt auch diverse Internetportale oder Foren auf denen sich Homosexuelle darüber austauschen und in Kontakt treten. Dann trifft man sich zum ungeschützten Sex. Alles ziemlich unkompliziert. Und wie viel kostet es sich indirekt das Leben zu nehmen? Einige hundert Euro, aber das ist reine Verhandlungssache.

Stelle dich deiner Angst.

Warum tun Menschen das? „Ich nehme das Gift lieber selbst ein und bringe es hinter mich, als ständig die Angst im Nacken sitzen zu haben, irgendwann vielleicht von irgendjemanden ganz unerwartet vergiftet zu werden.“ So ungefähr kann man sich den Grund vorstellen. Ein anderer Grund: die Liebe. Wenn der Partner HIV positiv ist und man selber nicht, dann bekommt man nicht die sexuelle Nähe des ungeschützten Sex, wonach man sich sehnt.

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Sex + Tod = GEIL

Nicht nur bei Homosexuellen kann Pozzing eine Rolle spielen. Auch Heterosexuelle haben hin und wieder den Gedanken, das gefährliche Spiel mit der Krankheit einmal auszuprobieren. Der Reiz: Die Kombination zwischen Sex und Tod – oder die Macht jemanden während des Geschlechtsverkehrs mit der tödlichen Krankheit anstecken zu können. Einfach nur krank!

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Eigentlich ist es strafbar…eigentlich.

Pozzing zählt zu Körperverletzung mit Todesfolge und ist somit strafbar. Aber das ist vielen nicht klar, denn schließlich sehen sie sich nicht als Opfer, weil sie sich bewusst dafür entscheiden, sich anstecken zu lassen. Viele Homosexuelle denken sich auch: „Warum das Unausweichliche so weit hinaus zögern?“

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Pozzing ist und wird auch in Zukunft ein sehr sensibles und kritisches Thema bleiben. Besonders weil Ausstehenden immer das Verständnis dazu fehlen wird und Betroffene sich nur schwer selbst erklären können.

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