Stellt euch das Leben von Julie (4 Jahre) vor: In einem armen indischen Dorf verbrachte sie eine glückliche simple Kindheit. Doch alles änderte sich in nur einer Nacht: Aus Eifersucht verätzte der Vater ihr und ihrer Mutter das komplette Gesicht und Teile des Nackens. Julie war für immer entstellt, sie kann bis heute ihren Kopf nicht richtig drehen und hat große Schmerzen beim Sprechen und Essen. Die Hintergründe zu der Tat lest ihr jetzt:

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Eifersüchtige Ehemänner mit riesen Egos

Julies Mutter war mit ihrer Ehe unzufrieden – keine Seltenheit bei indischen Zwangsehen. Sie wollte die Scheidung und ihre Tochter in eine neue Beziehung mitnehmen. Doch sie hatte die Rechnung ohne ihren eifersüchtigen Mann gemacht. Er griff zu einer grausamen in Indien „bewährten“ Methode, um seine Frau und seine Tochter zu verstümmeln: Der Säure-Attacke.

„Wenn ich sie nicht haben kann, soll sie niemand haben!“

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Der schlimmste mögliche Schmerz…

Hochkonzentrierte Salz oder Schwefelsäure wird dabei auf Gesicht und Oberkörper des Opfers gegossen. Die Haut beginnt zu rauchen und schmilzt. Die Schmerzen sollen die schlimmsten sein, die ein Mensch jemals erleiden kann – und sie halten mehrere Tage an. Das Furchtbare: Die Säure kann nicht einfach abgewaschen werden, sie dringt tief unter die Haut. Doch der eigentliche Grund aus dem verschmähte Ehemänner das tun, sind die furchtbaren Narben, die die Frauen komplett entstellen. Nach dem Motto: „Wenn ich sie nicht haben kann, soll sie keiner haben!“

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Billige Säure und Frauenverachtung

In Indien, einem stark misogynem Land kommt es pro Jahr zu über 1.000 Säure-Attacken auf Frauen, zudem noch zu unzähligen Vergewaltigungen. Frauenrechtler prangern immer wieder die leichte Verfügbarkeit von hochätzenden Säuren an. Für nur ca. 70 Cent kann man sich bei einer Apotheke einen Liter Salzsäure kaufen.

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Das wahre Problem ist das äußerst rückständige Frauenbild in Indien. Viele Überlebende von Säure-Attacken kämpfen anschließend für die Rechte von Frauen und das Verkaufsverbot der gefährlichen Substanzen. Doch der Kampf ist noch lange nicht vorbei.

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