Stell dir vor, du kommst auf die Welt, und deine Eltern haben dich allen Ernstes „Schokominza“, „Ikea“ oder „Solarfried“ genannt – natürlich ohne dich zu fragen. Waren deine Erziehungsberechtigten eventuell leicht sadistisch veranlagte Hippies? Gescheiterte Comedians? Naive Druffies? Oder solltest du ihnen vielleicht viel eher dankbar dafür sein, dass sie dich damals wirklich „Dee-Jay“ und deine Schwester „Schneewittchen“ genannt haben? Die Frage ist nämlich: Wie beschissen ist ein seltsamer Name wirklich? 

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Da einen der eigene Name von Anfang bis Ende des Lebens begleitet, ist man als Elternteil ganz gut beraten, sich nicht nur im Sinne des Haussegens relativ intensiv Gedanken darüber zu machen, wie man den eigenen Junior denn nun nennen soll. Das Ergebnis ist aber in manchen Fällen nichts, wozu die Nachbarn „Oh ja, schöner Name!“ sagen würden, sondern schlicht und einfach Hirnschiss allererster Güte. Anders kann man diese 30 tatsächlich in Deutschland zugelassenen Namen doch nicht nennen, oder?

Blaubeere, Brain, Champagna, Laser, Magic, Solarfried, Dee-Jay, Emilia-Extra, Schneewittchen, Gneisenauette, Ikea, Pumuckl, Katzbachine, Fanta, Schokominza, Legolas, Tarzan, Popo, Siebenstern, Matt-Eagle, Milka, Pepsi-Carola, Cinderella-Melodie, Imperial-Purity, Rapunzel, Schacklyn, Maier, Winnetou, Windsbraut, Smudo

Ja, es gibt Menschen, die haben ihre Kinder echt so genannt. Du könntest also irgendwann einmal einem Mädchen namens „Fanta“ begegnen. Oder einem Typen namens „Matt-Eagle“.

Man könnte sich jetzt sehr lange, sehr ausgiebig und vielleicht auch völlig zurecht über diese elterlichen Kreativkünstler aufregen. Denn noch bevor „Katzbachine“ und „Winnetou“ überhaupt das Licht dieser Welt erblickten, wurde ihnen durch einen pränatalen Geistesblitz der Eltern, dem die nichtsahnenden Babys ihren Namen zu verdanken haben, eine Menge Karrierechancen verbaut.

Noooo

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Oder denkst du wirklich, dass unsere Gesellschaft weit genug ist, um einen Bundeskanzler mit dem Namen „Laser“ zu vereidigen? Leider nein, leider gar nicht. Auch wirst du mit dem Namen „Champagna“ bei deiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei den Anonymen Alkoholikern wohl erst nach langer Zeit (Achtung, Wortspiel:) für voll genommen. Und wer den Namen „Pepsi-Carola“ (ab-)bekommen hat, der hat wohl bei Coca-Cola einen eher steinigen Karrierepfad vor sich.

ALLERDINGS… halte ich alle diese Namen aus exakt den Gründen, aus denen viele Menschen sie scheiße finden, für extrem geil. Ich würde sogar sagen, dass ich diese Kinder um ihre Namen beneide!

Verrückte KindernamenJedes Jahr werden zehntausende Bens und Mias und Annas und Leons geboren. Bist du einer davon? Sorry, aber scheiße gelaufen. Um Gesellschaft, Eltern und Lebensabschnittsgefährten glücklich zu machen, sollst du zwar einmal etwas ganz Besonderes werden, bist mit deinem nichtssagenden 08/15-Namen aber leider Gottes ein Leben lang dazu verdammt, zumindest auf den ersten Blick der Inbegriff der Langeweile zu sein. Niemand stolpert über diese Namen, niemand denkt zwei Wochen später noch an dich. Und das alles nur, weil manche Eltern bei der Namensfindung offensichtlich in allererster Linie einfach nur „nichts falsch machen“ wollten. Spießer.

Wenn du also mit einem völlig ausgefallenen Namen gesegnet bist, dann bitte tue eins: Freu dich darüber, deinen Namen ständig buchstabieren und erklären zu müssen und lass dich auf das Besonders-Sein ein. Nutze die Möglichkeit, die kein Leon und keine Anna jemals haben werden und geh einfach mal mit Sätzen wie „Was geht? Ich bin Laser. In mehrfacher Hinsicht. Heute Abend schon was vor?“ auf Menschen zu.

„Was geht? Ich bin Laser. Heute Abend schon was vor?“

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Garantiert weckst du damit mehr Interesse, als wenn du die sechsundvierzigste Lara oder der vierundachzigste Max bist, den dein Gegenüber dieses Jahr kennen lernt. Anstatt sich über die Eltern aufzuregen, dessen Kind das erste mit dem Namen „Blaubeere“ ist, sollten wir uns also vielleicht viel eher fragen, was tatsächlich so schlimm daran ist, abgefahrene Namen zu haben, und ob es nicht vielleicht genau so blöd ist, sein Kind zur 83.000sten Franziska in Deutschland zu machen. Also liebes (zukünftiges) werdendes Elternteil: Nimm den Stock aus dem Rektum und gib deinem Spross einen verrückten Namen, und sei es nur ein verrückter Zweitname. Denn dann kann er oder sie sich ja später immer noch dafür entscheiden, genau so langweilig zu werden wie du – oder auch nicht.

Ps.: Na gut, den Namen Solarfried kann auch ich beim besten Willen nicht ernst nehmen.