Eine in Lack und Leder gekleidete Frau tanzt mit ihrem Hund in einer Disco. Moment nein, das ist kein Hund… – sondern ein Mann. Ein Mann im knappen Lederhöschen an einer nietenbesetzten Lederleine. Sie tanzt, er massiert ihr danach die Füße und versorgt sie mit Getränken. Irgendetwas ist falsch an diesem Bild. Was machen die beiden in der Disco? Gehören solche Rollenspiele nicht ins Schlafzimmer? Und warum macht der Mann das mit? Ist das Liebe? Alles, was ich weiß, ist: Sie nennt sich Domina. Er ist ihr Sexsklave. Doch um ihr Sklave sein zu dürfen, muss er sich an ziemlich strenge Regeln halten…

Die Regeln der Sexsklaven:

Grundsätzlich gilt: Es gibt keine Regeln, die für alle gelten, sie werden jeder Herrin-Sexsklavenbeziehung angepasst. Doch gewisse Richtlinien stimmen meistens überein. Der Sub (der sich unterwirft) stellt der Dom (die, die dominiert) einen formalen Antrag. Und auch die Begrüßung ist speziell, denn der Sub muss wortlos und nackt niederknien. Manche Dominas schreiben ganze Gesetzestexte, wie sie begrüßt und auf welche Art ihre Schuhe dabei geküsst werden sollen. Für die „braven“ Sklaven gibt es auch mal einen „Dominakuss“. Dabei muss der der Sklave seinen Mund weit öffnen und die Herrin spuckt hinein. Ist halt Geschmackssache (#höhö).
Eine weitere Regel besagt, dass der Unterworfene ein Erziehungsbuch führen muss. Darin stehen die Beichten seiner Sünden, eine Beschreibung seiner Strafen und welche Lektionen er von seiner Herrin gelernt hat. Internet sei Dank haben wir einen kleinen Auszug aus so einem Büchlein für euch:

Quelle: lady-samantha.com

Quelle: lady-samantha.com

Außerdem spielt Hygiene eine große Rolle. Der Sklave muss seinen Körper sauber halten, sein Körperhaar entfernen und seine Nägel nach Anweisung schneiden und pflegen.
Die 2-Loch-Regel: Während seiner „Erziehung“ wird dem Sexsklaven der Würgreflex abtrainiert und sein Analausgang gedehnt, in dem die Herrin immer größere Dildos einführt. Kann man mal machen.

Die Herrin-Sklavenbeziehung ist ein Rollenspiel, das in Übereinkunft stattfindet. Es gibt Signalwörter, die die Härtestufe einschränken, die bekannten Ampelfarben, die vielleicht einige aus dem Buch oder Film „50 Shades of Grey“ kennen: Rot für „Stopp“, Grün für „Alles okay“, Orange für „Okay, aber an der Grenze“. Die Bedeutung der Farbe Rosa ist jedoch eher unbekannt: Die Farbe signalisiert den Willen in gleichberechtigte Tätigkeiten überzugehen, was die Domina allerdings nicht erlauben muss.

Quelle: visualhunt.com

Quelle: visualhunt.com

Kann denn Liebe Sünde sein?

Der Sklave hat sich an sieben Dogmen zu halten:
1. Gehorsam
2. Respekt
3. Fleiß
4. Ehrlichkeit
5. Offenheit
6. Verschwiegenheit
7. Duldsamkeit

Ein braver Sklave, der sich an die Dogmen hält, kann sich beispielsweise über einen Besuch in der Gothic-Disco freuen, wo er der Domina beim Tanzen zu sehen darf.

Die Dominierende

Wer keine dominante Ehefrau zu Hause hat, der kann sich gegen Geld unterwerfen lassen. Im Internet gibt es viele Frauen, die Freude daran haben, Macht über Männer auszuüben. Trotzdem haben viele Dominas dennoch einen Partner, denn bei der Sklavenbeziehung geht es nur sekundär um Sex.

Sklaven – Was sind das für Männer?

In den meisten Dominaplattformen wird der typische Sklave als erfolgreicher Businesstyp dargestellt. Im Beruf übt er selbst Macht über andere aus und ist es leid, dies im Alltag zu tun. Es törnt ihn an, dominiert zu werden.

Photo credit: IsabelleTheDreamer via Visualhunt / CC BY-NC-ND

Photo credit: IsabelleTheDreamer via Visualhunt / CC BY-NC-ND

Wer ist hier der Boss?

Die Sexsklavenbeziehung gehört zum Sadomasochismus (SM). Dieser wird häufig mit Schmerzliebe oder „Algolagnie“ verwechselt. Vor allem geht es aber um die Erniedrigung und Hierarchie. Es ist ein Erziehungsspiel: Die Dominas wollen ihren Sklaven den Egoismus austreiben. Sie sollen vorziehen, was der Herrin gefallen würde – und nicht sich selbst.

Und nun beugt euch vor und küsst diesen Artikel. Danke.

 

*Titelbild via pixabay.com