Irgendwie hat doch jeder schon einmal diese Frage gehört: „Würdest du für 1 Million Euro mit jemandem/einem ekligen Opa/einer miefenden Adipösen schlafen?“ Und wir alle so: „Nein. Niemals!“ Dann startet die Diskussion. Eine Million. Das ist ja schon viel. Man müsste nie wieder arbeiten. Die Meinungen ändern sich. „Hmm, ja okay, für 1 Million vielleicht schon“. „Und für 10.000 Euro?“ Ratlose Gesichter. Kopfschütteln, eine Meinung vorgeben, aber keine haben. Denn Hand aufs Herz: Waren wir jemals wirklich (!) in der Situation, so viel Geld abzulehnen? Nein. Und da kommen die Sugar Daddys ins Spiel.

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Photo via VisualHunt.com

Zucker-Papis = Das sind erfolgreiche, sehr gut situierte Männer, die auf der Suche nach einem jungen, hübschen Sugar Baby sind. Die meisten verdienen sich ihre Moneten (Jahresgehalt 250.000 Euro!) als Manager, Unternehmer oder Berater. Manche von ihnen sind über 60 Jahre alt, bebrillt, die Haare silbrig, das Bankkonto voll. Vor ihren Häusern stehen fette Autos, an ihren Handgelenken blitzen goldene Uhren und sie haben alles – außer Jugend. Aber auch die kann man schließlich kaufen. Denn eigentlich kann man alles und jeden kaufen.

Keine Nutten, sondern Gold Digger!

Und Sugar Babys wollen ja auch gekauft werden. Nein, natürlich nicht so wie eine Nutte. Ganz anders. Sie werden für ihre Begleitung, für ihr tolles Aussehen und für ihren (hoffentlich) wundervollen Charakter mit Geschenken in Form von Schmuck, Designerklamotten und Reisen belohnt. Mit Dingen, die sie sich niemals selbst leisten könnten. Sie sind offensive Gold Digger. Und keine Prostituierten. Ich wiederhole, KEINE Prostituierten.

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Wir haben uns bei einem Sugardaddy-Portal angemeldet…

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Photo credit: Thomas Hawk via Visual hunt / CC BY-NC

Um mal etwas tiefer in diese ganze Zuckerszene einzutauchen, haben wir uns bei einem Portal für Sugardaddys, Sugarmommys, Sugarbabys und Sugarboys angemeldet. Alles ist natürlich „ganz einfach“, „ganz harmlos“ und „super seriös“. Nach den Körper-Hautfarben-Beruf-Hobby-Angaben geht es dann endlich los. Auf der ersten Seite starren uns bereits 12 (alte) Männer entgegen. Einige haben Sportwagen auf ihren Fotos, manche sind überraschend jung (31), andere ähneln George Clooney und vor manchen würde man die Tür von innen verriegeln. In den Profilen der Zuckerväter steht neben dem „Was man so tut“-Kram auch, wie hoch das private Vermögen ist, wie viel man(n) im Jahr verdient und wie viele Euronen man so Just-4-Fun verballern kann. (Bei „BlueSafran“ (56) liegen mehr als 10 Millionen auf dem Konto.) (Ob der die meisten Nachrichten bekommt? :D)

Zuckerpapas – Was sind das für Menschen?

Während der Recherche sind wir auf Männer gestoßen, die augenscheinlich einfach nur etwas Liebe wollen. Sie suchen Kuscheleinheiten, Reisebegleitungen und quasi Freundschaft Plus, aus der dann die ganz große Liebe werden soll. Irgendwie romantisch. (Und naiv.) Andere finden scheinbar nicht, wonach sie suchen bzw. haben ganz klare Vorstellungen, wie Dinge abzulaufen haben.

Wir fanden zum Beispiel diesen wütenden Satzzeichenfeind:

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Wir verlassen die Plattform wieder. Ein bisschen irritiert, aber nicht ganz so traumatisiert wie wir dachten. Ps: Einzig überraschend war die hohe Anzahl der Fußfetischisten?!

Und was ist dein Preis?

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Photo credit: Sean Davis via Visual Hunt / CC BY-NC-ND

Die Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss, ist: Was bin ich bereit, für Geld zu tun? Und: Was ist mein Preis? Der Sugardaddyonismus ist – rechtlich gesehen – keine Prostitution. Und die, die ganz tief mit dieser Szene verschlungen sind, leugnen das (natürlich). Faktisch betrachtet hat es schon den Beigeschmack von Prostitution = Er hält sie aus. Bezahlt sie für ihre Anwesenheit und sie richtet sich nach seinen Bedürfnissen. Doch wenn man es mal ganz verträumt menschlich sieht, gibt da ein alter, einsamer Mann sein Geld – von dem er mehr als genug hat – für eine junge Schönheit aus, die so in Badewannen voller Geld tauchen und die Welt von seiner reichsten Seite sehen kann. Er ist glücklich, sie ist glücklich = Und wenn er nicht gestorben ist, dann sind sie das nach wie vor.