Heute ist für Nils der schönste Tag im Leben, denn endlich wird er seine über alles geliebte Molly heiraten. Aus einer zufälligen Begegnung wurde die große Liebe. Ein Leben ohne Molly will und kann er sich nicht vorstellen. Kein Wunder also, warum er beschließt sie zu heiraten. Einziger Haken: Molly ist eine Katze. Anders als die meisten Menschen sieht Nils jedoch kein Problem darin. Denn er sagt: „Liebe kennt keine Grenzen.“ Ein altbewährtes Sprichwort oder steckt vielleicht mehr dahinter? So viel vorweg: Der Fall „Nils“ ist definitiv kein Einzelfall. Was bewegt Menschen dazu ihre Haustiere zu heiraten, sind diese Tierhochzeiten überhaupt erlaubt und was ist mit den (sexuellen) Ehepflichten? Das alles erfahrt ihr jetzt.

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Ja, ich will – aber nicht in Deutschland.

Eine Eheschließung mit Tieren ist erlaubt – aber nicht in allen Ländern. In Deutschland ist es verboten, da Tiere nicht in der Lage sind, eine wirksame Erklärung abzugeben, die für eine Eheschließung notwendig ist. In der Schweiz hingegen wurde 2015 ein Gesetz verabschiedet, dass die Eheschließung mit Tieren erlaubt. Begründung: In der Bundesverfassung wird ausdrücklich auf die freie Partnerwahl hingewiesen. Glückwunsch – du darfst also auch deiner Zimmerpflanze das Ja-Wort geben!

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Große Liebe in Dresden…

„Meine liebe C., wir werden viele gemeinsame Kinder zeugen und bald in die Flitterwochen fliegen.“ – Uwe M. zu seiner Katze C. vor der Trauung.

Obwohl es in Deutschland nicht erlaubt ist, hat ein Mann in Dresden beschlossen seine Katze zu heiraten. Zwar wird die Eheschließung nicht anerkannt, aber für beide bzw. für ihn war es ein symbolischer Akt. Eine bezahlte Schauspielerin spielte die Standesbeamtin während der Zwillingsbruder den Trauzeugen abgab. Merkwürdig? Äääääääh ja.

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Wie aus Tierliebe Liebe wird

Fakt ist: Haustiere sind für uns mehr als nur Tiere. Sie sind ein Teil unseres sozialen Umfeldes, sodass wir sie wie Menschen behandeln. Wir schenken ihnen Fürsorge, Aufmerksamkeit und vor allem viel Liebe. Doch wie wird aus Tierliebe die große Liebe? Gescheiterte Beziehungen mit Menschen können dazu führen, dass sie sich nicht mehr in der Lage sehen, je wieder eine Beziehung zu einem Menschen führen zu können. Sie wenden sich also ihren Haustieren zu. „Pluspunkt“: Tiere können sich nicht wehren.

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„Marry your pet“

So heißt die Initiative, die 2006 in Baltimore, USA ins Leben gerufen wurde. Ob Hund, Katze oder Maus, der christliche Pfarrer traut sie alle. Auf Facebook werden regelmäßig Eheschließungen mit Haustieren bekanntgegeben und beglückwünscht. Achtung: Es lohnt sich über einen Ehevertrag nachzudenken. Denn egal ob Mensch oder Tier – der Partner hat nach der Heirat Anspruch auf die Hälfte deines Besitzes (siehe Marryyourpet.com). Über die Hochzeitsnacht und die ehelichen Pflichten wird geschwiegen. Was hinter verschlossenen Türen passiert, kann man nur erahnen.

„Er ist stark und hat einen tollen Körper. Er findet mich schön und wundervoll. Er liebt mich und ich liebe ihn.“ – Amerikanische Frau spricht über ihren Hamster

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Das man sein Haustier lieb hat, ist etwas ganz Natürliches. Aber das man es gleich heiraten muss, nur weil das Tier etwas kompensiert, was wir von einem anderen Menschen nicht bekommen, stößt auf Unverständnis. Die Liebe kennt zwar keine Grenzen, aber der Mensch sollte sie kennen.

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