Kein Strom, keine Kanalisation und keine Heizung. Und auch Licht dringt kaum in das große heruntergekommene Haus hinein. Es ist innen komplett verwüstet. Zwischen all dem Tierkot liegen Reste toter Tiere. Doch der Gestank ist nicht alleine dem Kot und den Innereien geschuldet. Denn auch der Urin der Tiere ist tief in die Wände eingedrungen und wird wohl nie mehr verschwinden. Ein absolutes Ekelhaus, aber dennoch das „Zuhause“ für Marietta und ihre über 120 Tiere. Sie sieht sich als Retterin, indem sie die freilaufenden Tiere aufnimmt, doch in Wahrheit ist sie ein Animal Hoarder. Ein Mensch, der krankhaft Tiere sammelt. Dabei geht es nur um den Besitz und nicht um das Wohlergehen der Tiere. Was ein Tierretter von einem Animal Hoarder unterscheidet und wie krass die Tiere unter den Zwängen der Animal Hoarder leiden, lest ihr jetzt.

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Tierliebe Tierquälerei.

Animal Hoarding ist eine Sucht und hat rein gar nichts mit Tierliebe zu tun. Denn wie es den Tieren geht interessiert die Animal Hoarder kein Stück. Die Folge: Unterernährung, Verhaltensstörungen und Missbildungen der Knochen und Muskeln der Tiere. Animal Hoarder überschätzen sich sowohl körperlich als auch finanziell und weisen Parallelen zum Messie-Syndrom auf. Oft wurden sie von Menschen enttäuscht und widmen sich Tieren zu, um sich einzureden, gebraucht zu werden.

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Marietta – Albtraum aller Tiere

Im Marietta-Fall in Thüringen konnten die Tiere „gerettet“ werden. Doch sie kam viele Jahre ungestraft davon. Sie hatte zuvor in Hessen mit ihrer Sammelleidenschaft begonnen, doch bevor sie zur Verantwortung gezogen werden konnte, flüchtete sie nach Thüringen. Noch während des Prozesses wegen Verletzung des Tierschutzgesetzes gab Marietta folgende Anzeige auf:

„Suche Bauernhof. Einsam mit drei Hektar Wiese. Mietkauf für große Tierhaltung.“

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Das Gericht verurteilte sie 2012 zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren, 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit sowie fünf Jahren Tierhalteverbot.

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Wie kann das gestoppt werden?

Mit einem bundesweiten Animal Hoarder Register. So wird zumindest verhindert, dass Menschen wie Marietta, die jahrelang ungestraft Tiere sammeln und quälen konnte, sich schnell und einfach ein neues Tierquartier aufbauen können.

Wer Hilfe oder weitere Infos sucht, kann sich beispielsweise an Flagler Humane Society wenden.

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