Medikamente sind gut, aber nur für die, die sie brauchen. Die Babys und Kinder im Landeskrankenhaus Schleswig allerdings wurden mit Tabletten vollgepumpt. Das schreckliche daran: Die Kinder waren gar nicht krank, sie wurden für medizinische Forschungszwecke missbraucht. Unter Zwang wurden ihnen unwissentlich Antidepressiva oder andere Medikamente gegen verschiedene Krankheiten verabreicht, um zu testen, welche Nebenwirkungen auftreten. Nach über 40 Jahren brechen die Missbrauchsopfer ihr Schweigen und sprechen die Vorwürfe öffentlich aus. Hinweise gibt es angeblich nicht (mehr), doch die Beweise sind sogar öffentlich zugänglich. Was genau den Babys und Kinder verabreicht wurde und vor allem, was die mächtigen Pharmakonzerne heute dazu sagen, lest ihr jetzt.

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Mit sechs demenzkrank?

Zwischen 1953-1977 wurden Babys, Kinder und Jugendliche im Landeskrankenhaus Schleswig als Versuchsobjekte missbraucht. Unter anderem wurde ihnen ein Medikament verabreicht, das heute für Demenzerkrankungen verwendet wird. Außerdem gab man den Kindern unabhängig von ihrer Diagnose Antidepressiva, nur um zu schauen, welche Nebenwirkungen bei der Einnahme auftraten. Geht’s noch?!

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Nie ohne Nebenwirkung

Die Kinder litten unter gravierenden Nebenwirkungen. Unter anderem kam es zu seelischen Ausnahmezuständen, Hirnkampfentladungen und zu epileptischen Anfällen. Dieser medizinische Versuchsmissbrauch fand ohne Einwilligung der Kinder statt. Die damaligen Opfer leiden noch heute und werden wahrscheinlich bis zu ihrem Lebensende damit zu kämpfen haben. Das Schlimme: Viele können sich den Ärzten nicht mehr anvertrauen und tragen ihre zum Teil chronischen Erkrankung stumm mit sich rum.

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Von wegen…

„Wir wissen im Moment ganz wenig darüber (…). Da gibt es einfach auch nur ganz schlechte Unterlagen. (…) Wir haben tatsächlich in Schleswig-Holstein konkret keine Hinweise.“ – ehemalige Sozialministerin Kristin Alheit zum Thema Medikamentenmissbrauch

Wer nicht sucht, der nicht findet. Denn viele Hinweise sind in der öffentlich zugänglichen Bibliothek bzw. den Archiven zu finden. Insgesamt gibt es Beweise, dass über 40 Forschungsreihen in dem Landeskrankenhaus stattgefunden haben. Häufig wurden die Versuche mit Neuankömmlingen durchgeführt.

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Die Schuldigen

Zur Verantwortung kann konkret keiner gezogen, denn die meisten Ärzte zu dieser Zeit sind bereits verstorben. Nur wenige Pfleger, die in diesem Bezug anonym bleiben wollen, können bestätigen, dass den Kindern damals Medikamente verabreicht wurden, die noch nicht auf dem Markt käuflich waren. Auch die noch heute sehr bekannten Pharmakonzerne, deren Medikamente damals auf diese Weise getestet wurden, beziehen keine ordentliche Stellungnahme und sind sich darüber hinaus über keiner Schuld bewusst…,aber sollten nicht gerade diese Konzerne verantwortungsvoll sein?
Quellenverweise:
shz.de

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