Du nimmst manchmal mehr als die erlaubte Dosis Aspirin? Oder ziehst ab und zu mal entspannt einen durch? Vielleicht hast du im Eifer des jugendlichen Gefechts auch mal Pilze geschmissen oder dich sogar auf einer hippen Ritch-Bitch-Party zum Koksen hinreißen lassen? Egal was du dir Legales und Illegales reingezogen hast – gegen W-18 bist du eine echte Drogen-Jungfrau. Denn das Zeug knallt. Und zwar gewaltig. Und ist ein Killer – in jeder Hinsicht. 

Selbst „erfahrene“ Junkies haut W-18 aus den Latschen. Es macht keinen Unterschied, ob man an Heroin gewöhnt ist, an Crystal Meth, oder an Schlaftabletten. W-18 holt selbst die abgestumpftesten Drogenopfer dort ab, wo andere Hardcore-Drogen sie im Stich gelassen haben – und knockt sie aus. Denn die Wirkung soll 10.000-mal stärker sein als die von Morphium. Der Trip kommt schnell und hart. Und ist ziemlich scheiße. Angeblich kotzt man sich erst die Seele aus dem Leib, pennt dann ein, verschläft den eigentlichen Rausch, wacht auf und ist abhängig. Schöne Scheiße. W-18 ist also quasi das Arschloch unter den Designerdrogen: Kein Nutzen, hohe Kosten. Und längst nicht jeder wacht wieder auf.

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Photo credit: jazbeck via Visual Hunt / CC BY-NC-SA

Die vergessene Droge…

Wer glaubt, W-18 sei eine neue, zufällige Entdeckung der Drogenszene, der irrt sich. Schon Mitte der 80er stellten kanadische Forscher die opiumähnliche Substanz in ihrem Labor her, die sie als Schmerzmittel auf den Markt bringen wollten. Doch dann starben die Labormäuse, an denen sie das Medikament testeten, wie die Fliegen. W-18 war viel zu stark und wanderte in den Giftschrank. Ohne jemals an Menschen getestet worden zu sein. Bis chinesische Drogenköche irgendwie an das Rezept gelangten.

Made in China

Weil W-18 nie an Menschen getestet wurde, weiß niemand genau, welche Auswirkungen es auf den Körper hat. Man weiß nur: W-18 kommt offenbar in Form von gepantschten Pillen aus China auf den westlichen Schwarzmarkt. Diese Pillen enthalten neben der neuen Killerdroge noch ein anderes süchtigmachendes Schmerzmittel: Das Narkosemittel Fentanyl. Gemischt mit W-18 ergibt das einen tödlichen Cocktail. Denn W-18 verhundertfacht die (ohnehin schon nicht gesundheitsfördernde) Wirkung von Fentanyl und sprengt den Konsumenten damit buchstäblich die Schädel.

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Gegen W-18 ist Heroin wie Traubenzucker!

Wenn du schon einmal eine Vollnarkose bekommen hast, weißt du, wie sich eine kleine Dosis Fentanyl anfühlt: Man hat das Gefühl, zu fallen. Die Wahrnehmung verengt sich zum Tunnelblick, man tritt weg, der Körper stellt lebenswichtige Funktionen ein. Die Atmung zum Beispiel. Sind keine Fachärzte da, die einen künstlich beatmen, erstickt man einfach. Je höher die Fentanyl-Dosis, desto schneller kommen diese Atemaussetzer. Je mehr W-18 in den illegalen Schwarzmarktpillen steckt, desto krasser ist die Dosis. Deshalb überleben so viele Junkies ihn nicht, ihren W-18-Trip.

Wie verbreitet ist die vielleicht heftigste Droge der Welt?

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Quelle: http://www.tlupick.com/b-c-s-top-doctors-place-fentanyl-deaths-in-the-context-of-prohibition/

Crystal Meth hat uns gelehrt, wie rasend schnell sich eine Droge über den Globus verbreiten kann. Der „Siegeszug“ von W-18 fährt gerade in Kanada los; dort, wo der Stoff vor dreißig Jahren entdeckt wurde und wo die chinesischen Drogendealer besonders gerne ihren Stoff ausliefern. In der Provinz Alberta töteten mit W-18 versetzte Fentanylpillen 2015 fast exakt doppelt so viele Drogensüchtige wie im Jahr davor. Und im März 2016 wurde in Florida ein Dealer mit zweieinhalb Pfund reinem W-18 hochgenommen. Die neue Killerdroge in Europa? Vermutlich nur eine Frage der Zeit.

Ach ja und PS: Keine Macht den Drogen und so.