Eine Mienenexplosion tötete ihren Vater. Ihre kleine Schwester, die nur wenige Meter davon entfernt stand, überlebte das Unglück mit schweren Verbrennungen. Die enormen Arztkosten, um das Leben ihrer Schwester zu retten, trieben die Familie in den finanziellen Ruin. Als die verwitwete Mutter keinen Ausweg mehr sah, lieh sie sich Geld von einer Frau. Doch diese wollte ihr das Geld nur geben, wenn sie ihr eine Sicherheit gab. Doch Samnangs Mutter konnte ihr nichts bieten… außer ihre Kinder. So musste sie ihre Tochter jeden Tag zum Betteln vermieten. Damit endete die Kindheit von der neun Jahre alten Samnang. Statt zu spielen ist ihr Alltag von Sklavenarbeit geprägt. Wie viel Last das erst neunjährige Mädchen trägt und warum der Staat nichts dagegen unternimmt, lest ihr jetzt.

Photo via Pixabay (Symbolbild)

Die Armut zwingt.

“Die Frau ist nicht böse und die Arbeit macht mir nichts aus. Ich will ein gutes Kind sein. Nur manchmal wenn es so heiß ist, dann ist das Baby auf meinem Rücken so schwer. Dann bin ich gleich müde.” – Samnang* (9)

Samnang kommt aus Kambodscha, aber zum Betteln muss sie jeden Tag über die Grenze nach Thailand laufen. Das Baby, dass Samnang mit sich herum trägt, wurde von einer anderen Familie vermietet. Ihr großer Bruder, der sie begleitet, treibt sie immer an, sobald Samnang müde wird. Er selbst tut aber nichts. Stundenlang läuft sie vorbeigehenden Menschen hinterher und bettelt um Kleingeld. Die Frau, die Samnang und auch viele andere Kinder für sich arbeiten lässt, wird oftmals Tante genannt und ist immer in der Nähe, um ihre Bettelsklaven im Auge zu behalten.

Photo via Pixabay (Symbolbild)

Man lernt durchzuhalten.

Von mittags bis Sonnenuntergang heißt es betteln. Die harte Arbeit lehrt Samnang eines: Durchhaltevermögen. Denn wie lange sie noch arbeiten muss, um den Kredit abzubezahlen, weiß keiner. Schließlich kommen Zinsen und Zinseszinsen und wiederum die Zinsen vom Zinseszinsen dazu. An guten Tagen erbettelt sich Samnang 5-10 Euro –  aber das kommt selten vor. Die Tante kontrolliert regelmäßig das Geld. Am Ende des Tages nimmt sie sich zwei Drittel des erbettelndes Geldes.

Photo via Pixabay (Symbolbild)

Die Tante hat ihre Männer.

Von diesen Tanten gibt es (leider) eine Menge. Sie mieten oder kaufen sich Kinder aus Kambodscha und lassen sie für sich arbeiten. Oftmals wurden die Kinder entführt und von Menschenhändlern verkauft. Menschenhandel ist eigentlich verboten – eigentlich. Doch die Tanten haben korrupte Beamten, die sie schützen. Es ist schwer an die Menschenhändler zu kommen.

Photo via Pixabay (Symbolbild)

Wenn Eltern verdrängen.

Wenn die Eltern nicht die Kinder verkaufen, dann tun es die Geschwister untereinander. Armut treibt Familien auseinander. Für ca. fünf Euro monatlich vermieten sie eines ihrer Kinder. Wenn die Armut zu groß ist, werden die Kinder sogar für wenige Dollar ganz verkauft. Die Menschenhändler sprechen von “Hausarbeiten”, doch die Eltern wissen es besser. Ihre Kinder werden als Bettelsklaven oder Sexsklaven missbraucht. Doch das verdrängen sie – die Armut zwingt sie dazu.

Photo via Pixabay (Symbolbild)

*Name geändert

Quellenverweise:
der-farang.com
badische-zeitung.de
fides.org
3sat Reportage

(Symbolbild) Photo via Pixabay